Monat Nummer zwei – Zwischen Zug, Bus, Dachauer Urgesteinen und dem Warten

Ein herzliches Servus aus dem Flug Nummer SK1824 – von irgendwo über Nordgriechenland! Jeder der sich jetzt als aller erstes denkt: hä? Hat der Böger jetzt endgültig allen Verstand verloren? - Nein meine Freunde .. Es lässt sich Facebook und Instagram deutlich entnehmen. Das Warten hat ein Ende! Aber jetzt erstmal von vorne, wollen ja die zeitliche Reihenfolge einhalten! Mit was hatte ich nochmal aufgehört? Man hätte sich vielleicht doch nochmal den Eintrag durchlesen sollen bevor das Internet weg ist! Aber ja – Antibiotika, Fieber, Husten und Schnupfen. Zuerst mal muss ich sagen Antibiotika und Fieber sind weg. Aber! Das wohlige Husten, die unaufhörlichen Taschentuchschlachten und vereinzeltes Röcheln gehören einfach zu einem gelungenen Erasmus Semester dazu wie ich und doch die Mehrzahl der anderen Europäer in unseren Reihen feststellen haben müssen! Kurzum ich hör mich immer noch an als ob ich sterbe! Hatte sich zwar zwischenzeitlich gebessert aber mei – was erträgt man nicht alles für ein ausgiebiges Erasmus Semester! Ich hätte nie gedacht wie herrlich die ACC akut 600 in der früh anfühlen kann und auch hätte ich nicht erwartet das ich wohl zum wichtigsten Sinupret-Dealer Griechenlands mutieren würde. Aber ja, meine liebe unterfränkische Wirtschaftsjuristin Mona nimmt diese Dienste recht gerne an! Jetzt aber wirklich zum chronologischen Ablauf. Kaum hatte ich die letzten Zeichen meines letzten Eintrags getippt wollte ich vorbildlich wie ich bin – Jurastudent halt – mich auf den Weg in die Universität begeben. Angekommen verspürte ich jedoch den dringenden Drang meine Blase zu entleeren. Fatal sag ich euch! Ich bedankte mich mehrmals innerhalb weniger Sekunden beim lieben Gott das ich die letzten zwei Wochen davor nicht diese Misere hineingeraten war! Diesen Anblick .. ich weiß nicht .. schwierig in Worte zu fassen .. Naja ich probiers mal: Stellt euch vor ein Stall voller Schweine wird seit 2 Wochen nicht geputzt. Genau das fand ich vor. Von kleinen Scheißhäufchen neben dem Klo und auf der Klobrille abgesehen, konnte man benutztes Klopapier, Zigarettenkippen, größere Blutflecken und allerlei weitere ekeleregende Sachen vorfinden. Was soll's, was muss, dass muss! Immer noch schockiert musste ich mir erstmal ein Frappé gönnen! Was ich nicht ahnte – der Spaß hatte noch kein Ende genommen! Zusammen mit meinen Komolitonen machte ich mich dann doch irgendwann auf den Weg Richtung Vorlesungssaal. Allerdings fanden wir schon an der Treppe zu besagtem Raum unsere äußerst freundliche Professorin vor, die uns fix erklärte das sie in diesem Raum definitiv keine Vorlesung halten werde. Als Grund gab sie einen durchaus verständlichen an: Zu viel Müll im Klassenzimmer! Und zudem war einfach auch zu gutes Wetter! Sie bat uns dann doch noch kurz in ihr Büro und erklärte das die Putzfrauen seit inzwischen zwei Jahren immer mal wieder streiken – oder sollte ich doch eher sagen immer mal wieder arbeiten? Naja, auf jeden Fall machten die guten Damen und Herren seit zwei Wochen rein gar nix, so dass die Universität drohte unter Müll und Exkrementen zu versinken! Kurz gesagt wurde die normalerweise dreistündige Vorlesung in fünf Minuten abgefertigt und ich entschloss mich zusammen mit Stephi, der bereits erwähnten Mona, Paul (französische Abstammung – ihr werdet noch mehr von ihm hören) und der italienischen Kommilitonin Sara den Tag gemütlich um 14 Uhr am Weißen Turm in der Sonne zu starten. Allerdings machte diesen Plan ein liebreizendes Angebot zunichte – in der Bucht von Thessaloniki legt täglich zehnmal ein Boot auf dem sich ein Café befindet ab. Und das ganze gratis! Schwupps hatte ich ein vorzügliches Fix 0,3 Bier in der Hand und spielte mit meiner schnell liebgewonnenen Flasche Titanic nach. Nach fixen 30 Minuten legten wir aber schon wieder an und machten unser Vorhaben war. Chillen in der Sonne! Es ging an die Abendplanung – trinken, ok das war klar, aber wo, wer und auch wann? Leider mussten Frankreich und Italien der Fünfergruppe absagen, da sie seit längerem einen Trip nach Athen geplant hatten. Halt – ich wollte doch auch mal nach Athen?! Nach kurzem Überlegen sagte ich einfach: „Wisst's was? Da bin I dabei!“ Gesagt getan – ich mein es war ja auch noch Zeit, es war 17 Uhr und der Zug geht ja auch erst um 23 Uhr! Heim, packen, Bahnhof. Und schon hatte ich die Freude zusammen mit Camille (FR), Paul (s.o.), Alexandra (FR), Julia (NE) und Sara (s.o.) die wilde Fahrt anzutreten. Mit unserem noch schnell erstandenen Bierchen machten wir uns auf den Weg in den Zug. Das Fußvolk (Ich, Sara und Julia) ab in die zweite Klasse, Frankreich hat sich dann doch mal die erste Klasse gegönnt. Ich glaube die 8 € Unterschied, die es für Hin- und Rückreise gemacht hat ob man in der ersten Klasse gemütlich mit Beinfreiheit und ausschaltbarem Licht, zusammen mit gewaschenen Menschen reist, oder in der zweiten Klasse in einem kleinen Sitz zusammengedrückt von mehr als normal übergewichtigen Roma, die sicherlich kein fließend Wasser für ihren Körper seit zwei Monaten gesehen hatten und dauerflackernden Licht, waren die schlausten 8€, die die lieben in ihrem Leben ausgegeben haben! Ich habe noch NIE so etwas gesehen. Familien, bestehend aus sechs Erwachsenen und drei Kindern pressen sich anscheinend gerne auf einen Viererplatz. Nein, ich übertreibe nicht! Die Kinder betteten sich gemütlich auf dem leicht abschüssigen Holztisch und jeweils zwei Erwachsene legten sich über die beiden anderen, jeweils Sitzenden. Auf den Schock wollte ich mir aber dann doch mal eine Zigarette und ein Schlückchen im Board Restaurant genehmigen. Ich hatte ja keine Ahnung.. Wir vereinbarten ein Treffen der Elite mit dem Pöbel im Restaurant. Großer Fehler! Es wurde einfach nochmal alles bis jetzt beschriebene getoppt! Nähere Ausführungen mache ich an diesem Platze jetzt nicht, aber lasst euch einen Rat geben: Wer in Griechenland mit dem Zug reist – gönnt euch den Luxus der ersten Klasse! Nach inzwischen 20 Stunden ohne Schlaf kamen wir dann auch endlich an! Hier trennten uns vorerst unsere Wegen – Frankreich und ich machten uns auf den Weg in unser Hotel um unser Gepäck loszuwerden, NE und IT begaben sich zu einem befreundeten Griechen. Da wir nur zwei Tage in Athen hatten, beschlossen wir gemeinsam (Camille, Alexandra, Paul und Ich, im Folgenden „wir“ genannt) das Schlaf überbewertet ist! Gepäck weg, Kaffee her! Dank des perfekt gelegenen Hotels mit Blick auf Akropolis und Agora hatten wir diesen auch fix. Und schon ging es ab Richtung Akropolis! Morgens, 7.30 Uhr, direkt neben der Akropolis auf einem Felsvorsprung, komplett alleine mit Blick über ganz Athen den Sonnenaufgang anschauen – eins der geilsten Gefühle überhaupt! Einfach unbeschreiblich! Allerdings wurde diese Ruhe dann ab ca. 9 Uhr von österreichischen Rentnern und japanischen Fotowütigen unterbrochen. Wir sagten uns genug gechillt um 11 Uhr und machten uns auf den Weg Auf die Akropolis selbst. Kurz zusammengefasst ist die Akropolis wunderschön, immer im Bau und man hat einen wunderschönen Blick über Athen! Und Leute! Ich hab es sogar geschafft ein Foto zu machen auf dem kein Peace machender Asiate drauf zu sehen ist! Das ist wirklich ein Erfolg! Dort hatten wir eigentlich einen Treffpunkt mit der anderen Gruppe von uns ausgemacht – diese hatte es aber ins Land der Träume verschlagen und danach zu einem gemütlichen Familien Mittagessen auf griechisch! Naja da hat es uns dann auch hinverschlagen – zum Essen. Wunderschöne kleine Gässchen, die sich von der Akropolis ins Stadtzentrum schlängeln werden gesäumt von reizenden kleinen Tavernas. Wir haben es nur bis zur ersten geschafft – gut wars trotzdem. Dann noch ein Frappé auf unserem Balkon bei 30 Grad und Sonnenschein genossen und wir ergaben uns dem Drang nach Schlaf nach über 30 Stunden Wachseins! Dieser Schlaf war allerdings nicht grad üppig, denn nach einer Stunde hieß es schon wieder Treffen mit dem Rest. Nach kurzen Schlendern durch die Umgebung machten wir uns dann auf den Weg zum Essen – zur Abwechslung wollten wir was griechisches :P für 12 € am Fuße der Akropolis den Magen vollgeschlagen und ein Fläschchen Wein gegönnt waren wir bereit das Athener Partyleben unsicher zu machen. Das Ganze war dann auch nach einer Stunde wieder beendet, da die Clubs, die uns der freundliche Taxifahrer empfohlen hatten den Charme des Willenloses mittwochnachts um 5 Uhr hatten. Auch der Versuch eine angenehme Bar zu finden ging daneben, da wir als Deutscher und Franzosen anscheinend nicht gut genug für den unfreundlichen Barbesitzer waren. Es war zwar jeder Tisch frei aber wir wurden gebeten unser überteuertes Bier an der Bar zu trinken. Das ging dann recht schnell und wir entschieden uns den Abend dann doch auf dem Balkon bei ein paar Bierchen ausklingen zu lassen. Nach 40 Stunden, wovon eine schlafend verbracht wurde, schliefen wir dann aber auch mal aus! Den nächsten Tag gab es dann das Hardcore-Touri-Programm Agora samt aller Ausgrabungsstellen, Parlament, Olympiastadion, Mc Donalds, EU-Rat für 6 Monate, .. Nichts war vor uns sicher! Vielleicht ist der ein oder andere schon über Mc Donalds im Satz vorher gestolpert – Ja Mc Donalds ist in Athen ein Must-See für jeden Griechen/Europäer der eine längere Zeit in Griechenland lebt! Es ist nämlich der Einzige ganz Griechenlands. Auch unsere Erwartung, er wäre riesig und unglaublich überlaufen stimmte nicht. Er war fast menschenleer! Griechen boykottieren Mc Donalds nämlich! Sie lieben ihr eigenes Essen einfach zu sehr. Und Ende März sind einfach noch nicht so viele Touristen da! Das Big Tasty Bacon Menü für 3,50€ schmeckte auf jeden Fall für unseren Gaumen deliziös! Die Zeit ging dann aber doch viel zu schnell rum und ich fand mich in der zweiten Klasse zwischen meinen liebgewonnenen Roma wieder. Um 7 Uhr daheim angekommen wurde dann einfach spontan die Vorlesung um 10 Uhr gestrichen. Daraufhin vergingen die nächsten 2 Tage doch eher wie im Flug. Nur entwickelte ich mich weg vom Deutschen, hin zum Franzosen. Wie von den Franzosen vor kurzem festgestellt, wurde mir offiziell die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen und feierlich die französische dafür überreicht! Ich finde mich seitdem zunehmend als einzigen nicht Franzosen bei allen Gelegenheiten wieder. Das Deutsche verlernt man zu und zu und ich ertappe mich dabei, nicht nur auf französisch zu fluchen, wenn ich allein oder mit Deutschen unterwegs bin, nein auch das Denken wird von Zeit zu Zeit einfach mal in Französisch vollzogen! Hat auch sein Gutes: Nicht nur das ich jetzt ohne Probleme Gespräche auf Französisch über was auch immer führen kann, nein, ich werde dann wohl im Sommer noch eine kleine Frankreich Tour machen und mein Zuhause wird während dem Oktoberfest sehr französischlastig sein! Pünktlich um 11 Uhr landete dann am folgenden Tag die liebe Christina! Vom Flughafen abgeholt, ab in die Stadt erstmal alles bisschen anschauen. Der Abend fing dann auch wirklich toll in einer Studententaverna für 10€ pro Nase mit mehr als ausreichendem Wein, je einem Schnaps und gutem Essen an. Wie er sich dann noch weiterentwickelte und endete.. Naja ich sag einfach mal gar nix, ich könnte sowieso nicht so viel erzählen Nur soviel: Der Besitzer vom Drink&Go begrüßt mich seitdem mit HighFive und Namen Zwei Tage später wurden die Koffer dann wieder gepackt und es ging gemeinsam mit Christina und ESN Thessaloniki in Richtung Istanbul! Der Start hätte zwar besser laufen können aber nach einem noch nie erlebten Wolkenbruch und nasser Unterwäsche saßen wir dann im Bus. Gut das wir den ersten Stop dann schon nach einer Stunde machten und die Hälfte des Buses sich ihre Koffer packte und im Gänsemarsch auf das Klo ging um sich umzuziehen. Aber da war dann die türkische Grenze – ich komme später nochmal auf sie zurück. Im Transitbereich schlug mein Herz dann auf einmal deutlich schneller: Angebote wie zwei Stangen Gauloises Red für 30€ lassen den geneigten Raucher Freudensprünge machen! Auch aberwitzige Alkoholpreise machten einen durchaus glücklich. Kurz für den Trip eingedeckt, auf dem Rückweg sind wir ja nochmal da Weitere sechs Stunden später erreichten wir unseren Bestimmungsort dann: Istanbul! Ohne Schlaf, ungewaschen und genervt ging es gleich los: Ehemaliger Königspalast und Bosporustour bei Regen auf einem Boot standen auf dem Plan. Beides wunderschön, leider die Bootstour nur mittelmäßig toll wegen dem Regen, aber auch bei Regen definitiv zu empfehlen! Aber dann waren wir doch froh endlich ins Hotel zu kommen. Und da war sie – die erste positive Wendung dieses Trips: Das Hotel. Komplett neu, supermodern, hip mit Dachterrasse und Blick über ganz Istanbul! Und das ganze für uns alleine! Naja, deutscher Besitzer halt :P Nach kurzem Ausruhe hatten wir dann DIE Idee des gesamten Trips: Türkei bei schlechtem Wetter, was macht man da nur? Richtig, ab ins Hamam!!! Schnell einen von ESN Istanbul gepackt, ohne irgendetwas mitzunehmen los! Wir waren letztendlich eine männlich und weiblich gemischte Gruppe aus ganz Europa, die sich zu einem wunderschönen Keller Hamam begaben. Dieses Geschenk Gottes wurde gegründet 1453 und ist heute noch in Betrieb! Also ab dafür! Schnell ein Handtuch geschnappt und drei Stunden in türkische Dampfbad. Dazu einmal sich von einem reizenden, dicken, 60 Jahre alten Türken waschen lassen, sich ein Peeling verpassen lassen und schließlich zehn Minuten unfassbar geil und hart durchkneten lassen! Diese Wiedergeburt für 17€ endete dann beim entspannen bei frischem Apfeltee, der gratis im Entspannungsraum serviert wurde. Daraufhin noch eine typisch türkische Stärkung von der eine ganze Armee satt geworden wäre für opulente 7€ und wir waren gerüstet für den Abend! Jaja, immer diese Abende.. Naja, nächster Morgen, weiter geht das wilde Istanbul besichtigen! Hagia Sophia, Blaue Moschee, Kellergewölbe, Bazar und Gewürzbazar wurden angeschaut. Alles einfach wunderschön und beeindruckend!! Alles Must See bei einem Istanbul Besuch! Auch lässt man trotz gutem Handelns einiges Geld auf diesen Bazars! Ich bin allerdings inzwischen stolzer Besitzer eines originalen Gucci Geldbeutels, einem halben Kilo frischen Apfeltees und vielen weiteren tollen Dingen! Den Abend verbrachten wir dann wieder – wer hätte es gedacht – in einem Club! Den letzten Tag auf türkischem Boden schlenderten wir dann nur noch Taksim Platz und dessen nähere Umgebung ab! Bei der Abfahrt stellten wir dann fest, dass man es Thailänderinnen mit der Zeitumstellung nicht so genau nehmen und wir locker mal eineinhalb Stunden warten durften. Naja dann wieder zurück ins gute Saloniki! Aber da hatten wir die Rechnung ohne die türkischen und griechischen Grenzpolizisten gemacht! Vorweg insgesamt waren wir über zwei Stunden im Transitbereich. Bei der Ausreise aus der Türkei mussten wir wie gewohnt aus dem Bus und die Visa abstempeln lassen. Daraufhin gab es eine Kofferkontrolle – von jedem Koffer! Gut Nummer eins war somit geschafft! Kurz mit 4 Stangen Zigaretten eingedeckt und ab an die Einreise. Und los gings. Alle raus aus dem Bus, Ausweiskontrolle. Alle Koffer raus, Kofferkontrolle. Und irgendetwas machte den netten griechischen Grenzer skeptisch, denn er holte noch seinen lieben Drogenspürhund. In diesem Moment sah man aus den Gesichtern einer italienischen Gruppe jegliche Farbe weichen. Diese hatte sich dann doch erst 1 Stunde vorher einen durchgezogen. Glücklicherweise für sie (auch für uns sonst hätte des nur noch Tage gedauert) hatten sie es dabei und konnten es noch rechtzeitig neben dem Bus platzieren. Angeschlagen hat der Hund im Innern trotzdem, doch das war dann die alte Burger King Tüte der ESN Leute in Schuld! Irgendwann waren wir dann doch wieder in Saloniki und konnten unseren wohlverdienten Schönheitsschlaf genießen. Schnell war die Woche dann herum und die liebe Chrissi verabschiedete sich, wenn auch krank, von Saloniki und stieg in den Flieger, den netterweise Schumi und Berni grad erst eine Stunde vorher aus München nach Saloniki gebracht hatten. Wie gesagt, Dachauer Urgesteine in Saloniki. Und so machte ich mich mit den nächsten zwei Chaoten auf den Weg heim. Die beiden würden dann auch noch eine Woche mit mir verbringen! Angefangen wurde recht schnell. Keine 20 Minuten in der Wohnung hieß es ab an den Strand! 1 Stunde griechischer Busfahrt bedarf es dazu. Angekommen wurde der Hopfenvorrat des ansässigen Kiosks durchaus beträchtlich in Mitleidenschaft genommen. Gut gelaunt und braun gebrannt gings dann wieder zurück, denn das sollte natürlich nicht alles sein für heute! Nein, wir entschieden uns noch ein kleines deutsch-französisches get together zu veranstalten. Und ja, in diesem Moment merkten auch Schumi und Berni das erste mal, dass ich meine deutsche Staatsbürgerschaft verloren hatte! Auf unserer dezenten 60qm Dachterrasse mit Blick über ganz Saloniki genossen wir unseren leckeren Vino und den ein oder anderen Schluck des Duty Free Vodkas! Gut gelaunt ging das Ganze dann im nun inzwischen weltberühmten Fast Drink weiter. Allerdings schafften wir es dann doch nicht mehr weiter sondern entschieden das hier zu beenden und heim zu gehen – frei nach dem Motto morgen ist ja auch noch ein Tag! Die Tage drauf entschlossen wir uns dann noch einmal den Versuch eines deutsch-französischen Zusammentreffens zu unternehmen und Chefkoch Bernhard und der liebe Schumi verliebten sich in den griechischen Fischmarkt. Für läppische 25€ wurde Kalamari, Schrimps, Kräuter, … einfach alles mögliche eingekauft. Für diesen Betrag konnten wir dann ein wunderbare Menü zaubern, unterstützt von meinem neuen italienischen Mitbewohner, von Beruf Koch :P Alle 15 Leute wurden satt und es konnte kräftig gefeiert werden! Den wohl krönenden Abschluss lieferte dann das Duell der Giganten! Es war Lasertag angesagt! Saloniki hat die einzige Laserarena Griechenlands, also das konnten sich die drei Chaoten nicht entgehen lassen! Ab dafür! Zwei großartige Duelle, inklusive zweier Stürze meinerseits, gefühlten 50 Liter verlorenen Schweißes und blauer Flecken brachten letztendlich einmal Schumi und einmal mich als glorreiche Sieger hervor. Der tapfere Krieger Bernhard wurde jedoch vernichtend zweimal geschlagen! Leider ging die Woche dann aber auch vorbei und die beiden verließen meine Wohnung und ich übergab sie dem Taxifahrer meines Vertrauens. Soooo.. Jetzt haben wir Zug (Athen), Bus (Istanbul) und die Dachauer Urgesteine auf griechischem Boden (Chrissi, Schumi, Berni) abgehakt. Fehlt nur noch das Warten! Das Warten auf Flug Nummer SK1824! Denn dieser bringt mich gerade nach Stockholm. Nach Stockholm zu meiner Sophia, die ich in inzwischen nur noch 50 Minuten nach drei Monaten das erste Mal wieder in den Arm schließen darf! Ich werde die nächsten drei Tage in Stockholm verbringen, dann zusammen mit ihr nach Oslo fliegen, dort drei Tage verbringen und schließlich den Zug nach Bergen nehmen, wo sie gerade ihr Auslandssemester verbringt. Dort werde ich dann bis zum 26.4. sein, bis mir dann wieder ein Abschied bevor steht. Dieser wird aber nicht von langer Dauer sein! Wieso? Antwort gibt’s dann beim Reisebericht „Skandinavien“. Ich glaube jetzt reicht es für den Monat Nummer zwei! Nach 2,5 Stunden schreiben befinde ich mich höchstwahrscheinlich iwo im Norden Polens gerade und bereite mich auf die letzten 40 Minuten von Flug Nummer SK 1824 vor! Und wie beim letzten mal – Respekt der sich das ganze Geschwafel tatsächlich ganz durchgelesen hat! Fotografische Untermauerung der jeweiligen Trips gibt es und wird es auf Facebook geben! See you in 2 weeks!

22.4.14 21:43, kommentieren

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1. Monat Thessaloniki - Ganz Europa zwischen Sonne, Uni und Party - kurz gesagt: Halara

Nach nun ein bisschen mehr als einem Monat in Thessaloniki, habe ich mich entschieden allen dies interessiert einen kurzen Rückblick über das Ganze hier zu geben Pünktlich mit einer 15 minütigen Verspätung am Flughafen angekommen ging das Hin und Her gleich los. Wer ist wo und wo zur Hölle kann man denn da einchecken?! Nach kurzen Telefonaten, zwei mehr oder weniger informierten Mitarbeitern der Star Alliance haben wir dann doch den richtigen Check-in gefunden. An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal meinen größten Dank an die eiserne Crew, bestehend aus Lilly, Julia, Tim, Daniel und Anton, richtigen, die sich trotz unmenschlicher Zeit auf den Weg zu einem letzten Servus am Flughafen gemacht haben! Das hat mich wirklich riesig gefreut! Nach dem Check-in und dem Verabschieden aller Begleiter passierten Stephi und ich reibungslos mit einem leichten Übergepäck von rund drei Kilo pro Person im Handgepäck die Sicherheitskontrolle und es hieß endlich "Servus München - Jasas Thessaloniki!" Verschwitzt unter den bayerischen Wintermänteln, ging es bei gefühlten 25 Grad weiter mit einem Taxi Richtung Innenstadt. In diesem Moment blühte bei mir das erste Mal die Liebe zu Griechenland auf: Der Einstiegstarif von 1,90€ erhöhte sich in rasantem - Vorsicht Ironie - Tempo in 3 ct Schritten. Angekommen an unserem Hotel nach ca. 45 minütiger Fahrt mussten wir dem Taxifahrer, welcher mich ab der ersten Minute mit seiner seit bestimmt 3 Monaten nicht gewaschenen Kappa-Knöpf-Trainingshose und dem dazugehörigen Duft an einen Penner erinnerte, die unfassbare Summe von 25 € (wobei 9€ davon für das Gepäck waren) zahlen. In Deutschland wären schonmal die erste 50-70€ weg gewesen. Seitdem muss ich auch zugeben habe ich dieses Transportmittel komplett in mein Herz geschlossen und nehme zu jeder Gelegenheit wenn es mal mehr als 20 min Fußweg wären ein Taxi, denn mit 4 € kann man eigentlich überall hinkommen! Den restlichen Tag verbrachten wir dann doch entspannt mit unserem ersten Ausflug an die Promenade und den Weißen Turm, DAS Wahrzeichen Thessalonikis! (zu diesem Zeitpunkt hatte ich KEINE Ahnung was dieser Turm für eine Rolle in meinem Leben spielen würde in nächster Zukunft :D) Der nächste Morgen begann dann - für, wie ich inzwischen weiß, griechischen Verhältnisse sehr früh - um 10 Uhr. Uni suchen und die Stadt erkunden standen auf dem Plan. Nach kurzer Suche fanden wir uns dann aber relativ schnell vor dem Uni Campus wieder - ist jetzt auch nicht ganz schwer da dieser einfach riesig ist und einfach am Ende der Hauptstraße von Saloniki liegt. (Es hat auch nur zehn Minuten Diskussion gekostet ob das wirklich die Uni ist, da diese in Deutschland doch eher einem abbruchreifen und verlassenen Industriegelände ähnelt) Was sich dann allerdings als nicht mehr so einfach herausstellte, war die Fakultät zu finden. Da Stephi und ich mit unserem doch schon weit vorangeschrittenen Griechisch Kenntnissen, bestehend aus Prost, Hallo und Danke (inzwischen sind es schon bestimmt 10 Wörter mehr :P), nicht ganz so weit kommen, mussten wir die durchweg hilfsbereiten Griechen auf Englisch bemühen, uns den Weg zu beschreiben. Allerdings auch das stellte sich als nicht gewinnbringend heraus, da es meistens ein "Sorry, no english" hagelte. Jedoch schickte in diesem Moment Gott einen seiner Engel auf die Erde! Und das zufällig auch noch direkt vor unsere Nase - den Engel namens Nikoleta! In meinem unfassbaren Deppenglück sprach ich die liebe Dame an und fragte sie nach dem Weg. Anscheinend meinem wohl unmenschlich aufdringlichem deutsch/bayerischem Akzent in Englisch kam nur eine kurze Antwort - "Sorry, no english but Deutsch"! In diesem Moment blühte eine Art Heiligenschein über Nikoletas Kopf auf. Nach Freudensbekundungen unserer- und ihrerseits stellte sich heraus, dass sie fünf Jahre lang in Stuttgart gelebt hatte. Wir glücklich über eine deutsch sprechende Griechin und sie glücklich über die Möglichkeit mal wieder Deutsch zu sprechen wurden sofort Nummern ausgetauscht und ein Treffen für den Abend ausgemacht. Zudem konnte sie uns auch den Weg zur Fakultät zeigen. Dort angekommen kam das erste mal ein flaues Gefühl auf: Wir als mit Ordnung und Sauberkeit gesegnete Münchner Jura Studenten sind unsere herrschaftliche Residenz am Prof. Huber Platz gewöhnt, in der wir auch unbesorgt unser Essen vom Boden zu uns nehmen könnten. Dies würde ich, auch grundsätzlich, hier keinem empfehlen! Überquellende Mülleimer säumten unseren Weg Richtung Eingang zur Fakultät. Einen Fleck ohne Müll auf dem Boden zu finden war eine Meisterleistung. Vorbei am salonikischen Juracafe ging das gleiche Spiel auch innerhalb des Gebäudes weiter. Dreck, Zigaretten (ja rauchen ist hier auch in der Uni erlaubt), leere Frappé-Becher und Essensreste verteilten sich über Bänke, Tische und Boden gleichermaßen! Nach kurzen "Nein das kann nicht wahr sein! HIER halte ich es sicher nicht 6 Monate aus!" stellte sich schnell heraus, dass lediglich die Müllmänner dem wohl größten griechischen Hobby nach Frappé trinken nachgehen - sie streiken! (Dieser Zustand hatte sich dann auch innerhalb der nächsten Tage gelegt und es schaut nun recht manierlich aus) Überraschend für mich war allerdings, dass das Registrieren an der Universität komplett reibungslos verlief und es nicht verwirrend und unorganisiert ablief. Zwar muss man sich bewusst sein das die Sprechzeiten eines griechischen Beamten er eine halbe Stunde nach offiziellem Beginn anfangen und dementsprechend auch eine halbe Stunde früher aufhören aber es bleiben bei einer offiziell 2,5 stündigen Sprechstunde ja immer noch 1,5 Stunden übrig Hier lernte ich das erste mal "Halara" kennen. DAS salonikische Wort, das griechische Mentalität am besten beschreibt - frei übersetzt mit: ruhig bleim, des werd scho! Den restlichen Tag verbrachten wir dann am White Tower damit die 20 Grad und Sonne am 10. Februar zu genießen :D Zwischenzeitlich hatten wir ein blondes Mädchen gesehen, welches alleine auch dort herumsaß - da lag der Schluss nicht fern, auch ERASMUS. So lernte man schnell Leute kennen, die auch erst zwei Tage da waren. Mit einer Mainzerin, einer Schwedin und einer Belgierin verbrachten wir dann den restlichen Nachmittag an der Promenade. Den Abend verbrachten wir dann in einer typischen kleinen, griechischen Bar mit dezent viel zu lauter griechischer Musik, die mich dann schließlich auch noch ins Bett verfolgte. Lustig vor allem, da in allem Erfahrungsberichten gerade beklagt wurde, dass man wenig mit Griechen in Kontakt kommt und wir an unserem zweiten Abend mit vier Griechen unseren Wein genossen! Ein neues Treffen mit Nikoleta wurde für den nächsten Tag vereinbart. Der nächste Morgen begann dann wiederum griechisch mit einem leckeren Frappé an der Promenade. Unser Engel Nikoleta ließ die Tasten glühen und telefonierte halb Saloniki nach Wohnungen ab. Auf griechisch diskutierte sie schon mit Vermietern über Mietnachlässe bei Preisen von 250 € warm für eine Zwei-Zimmer Wohnung, bevor Stephi und ich überhaupt wussten, dass die Wohnung frei war. Das ganze war im Endeffekt zwar nicht gewinnbringend aber nach zwei Tagen erhielten wir von Nikoleta die freudige Nachricht, sie habe eine Wohnung für uns. Schwupps eine Stunde später holte uns der Vermieter am Hotel ab und brachte uns zu der Wohnung. Nach kurzer Besichtigung war klar die Wohnung ist top! Und eine Sekunde auf der 40qm Dachterasse mit unverbautem Blick über Thessaloniki war klar die Wohnung wollen wir! Das wurde mit einem lässigen "Ok we take it" besiegelt und mit einem Handschlag der "Mietvertrag" abgeschlossen. Bis heute weiß mein Vermieter genau das ich Michael heiße.. Bei Stephi hapert es sogar noch daran und er ist immer noch jedes mal über ihren Namen verwundert! 3 Stunden später waren wir dann auch schon eingezogen. Die nächsten Tage vergingen dann recht schnell. Durch die drei ERASMUS Studentinnen, die wir zuvor am Weißen Turm kennengelernt hatten kamen wir auf eine Wohnungsparty von Serben. Heute weiß ich wieso ich betrunken war an diesem Abend. Der Spitzname der Gruppe, bestehend aus drei Serben ist nicht umsomst "The Fucking Serbians". Mit einem Durschnittspromillewert von 2 Promille genießen sie ihr Semester in Thessaloniki! Dort lernte man allerdings auch andere nette Leute kennen und so kam eines zum anderen und nur einen Tag später waren wir dann auch im Basement. Es ist was der Name eigentlich schon sagt, der Keller eines Wohnhauses, in dem nur Erasmus Studenten wohnen. Dort gibt es eine kleine Bar, einen Kicker, einen Billiardtisch mit den Ausmaßen einen Bierdeckels und mehr Hügeln als das gesamte Mittelgebirge, und besonders wichtig: Bier für 1€! Und ja - man kann es trinken. Es hat zwar nix mit einem kühlen Augustiner zu tun aber man stirbt zumindest nicht davon Die nächsten Abende wurden dann so ziemlich von Basement Besuchen und neuen Bekanntschaften geprägt und die Tage von Stadtbummeln und viel schlafen! Für jeden der über ein ERASMUS Semester nachdenkt habe ich nur eine Empfehlung - TU ES! Man lernt nirgendwo so schnell so viele verschiedene, interessante Menschen aus allen Teilen Europas kennen wie bei ERASMUS! Gerade in der heutigen Zeit muss ich sagen, dass Gespräche mit den doch recht zahlreich vertretenen Ukrainer/-innen beeindruck und interessiert haben - auch wenn ein solches auch mal um 5 Uhr mit nicht dem ersten Bier in der Hand geführt wurden! Grundsätzlich ist zu sagen, dass auch hier, wie wohl in jedem ERASMUS Semester, die größte Gruppe an Studenten von Spanien gestellt wird. Dicht gefolgt wird diese von Franzosen und Italienern (kleine Anekdote am Rande: Es sind dieses Semester 23 Jurastudenten aus Palermo da. Dies hat schon dazu geführt das der Prof. gedacht hat er wird verarscht und als er es dann doch iwann geglaubt hat, vorgeschlagen hat ab jetzt den Kurs in Italienisch zu halten - glücklicherweise nicht wahr geworden). Diese Gruppen zeichnen sich allerdings nicht nur durch ihre Größe aus, sondern auch dadurch das wenn man mit ihnen unterwegs ist besser die jeweilige Landessprache können sollte. Ich denke ich habe in meinem Aufenthalt hier bis jetzt mein Französisch deutlich mehr verbessert als mein Englisch :D Allerdings bemühen sich doch die meisten auch Resteuropa mit einzuschließen und eine große ERASMUS Familie zu bilden. Es ist tatsächlich so, dass man sagen kann, dass man nach ca. 3 Wochen jedes ERASMUS Gesicht des Semesters zumindest schon einmal gesehen hat. Nach gut zwei Wochen stand dann auch das erste richtige Highlight an - taverna night war angesagt. Naja.. wie soll man das zusammenfassen.. ich versuchs einfach mal so: Für'n 10ner so viel Wein saufen und griechische Spezialitäten, bestehend aus giechischem Salat, Käse und Fleisch bis zu umfallen, in sich hineinschaufeln wie nur irgendwie möglich. Dies wurde dann auch zu mal wieder unmenschlich lauter griechischer Musik zur genüge gemacht. Dies lies sich dann auch am nächsten Morgen in den Gesichtern einiger Leute recht gut ablesen, denn es war pünktlich um 9 Uhr Treffpunkt für unseren ersten ESN Trip - Auf geht's nach Volos und Pelion Mountain! Nach knapp 2 Stunden Fahrt auf griechischen Straßen und davon einer Stunde steil bergauf in einer 50 Meter Kurvenabfolge, stiegen wir dann alle leicht blass um die Nase aus und besichtigten das schöne kleine Städtchen Pelion Mountain. Am nächsten Tag wurde dann noch die Stadt Volos besichtigt und schon gings wieder heim - ja es war nicht der spannendste Trip aber es war recht schön und wie gesagt man lernt immer noch neue Leute kennen! Naja aber erst einmal nochmal ein bisschen zurück in der Zeit, denn schon 2 Wochen früher als ursprünglich gedacht (wie gesagt griechische Zeitangaben können sich recht spontan an die Situation anpassen) begann die Uni am 17.02 mit den Vorlesungen. Ich als LMU Student sollte doch recht schnell feststellen, dass ich, verglichen mit allen anderen europäischen Universitäten, die meisten ECTS Punkte erreichen muss. Dies beschert mir allerdings die Freude sechs Kursen zu folgen. Alles in allem muss ich sagen alle Professoren, die ich kenne, äußerst nett und hilfsbereit sind und auch die Kurse zumindest interessant wirken. O.k. alle bis auf international social law.. da hab ichs geschafft nach genau drei Minuten in den Tiefschlaf zu verfallen aus dem mich nur ein angeregtes Schubsen meines französischen Sitznachbars erwecken konnte. (Böse Quellen munkeln, man hätte ein leichtes Schnarchen vernehmen können.. Naja seis drum - war ja auch die dritte Vorlesung an einem Montag nach einem langen Wochenende) Die Zeit verfolg und verschwomm dann etwas in meinem Gedächtnis, möglicherweise den doch meist recht flüssigen Abendgestaltungen geschuldet (ESN Parties jeden Mittwoch und auch sonst findet sich immer ein Ort wo grad jemand ein bisschen trinkt). Ach ja klar - es war ja auch noch Fasching in der Zwischenzeit.. Und Fasching heißt hier: Nix geht mehr! Zwar ist es nicht so, dass jeder die ganze Zeit verkleidet rumrennt.. nein das nicht, aber man lernt verlorene Schätze, wie z.b. Faschingsferien wieder zu schätzen. Während diesen war dann auch Zeit für unseren zweiten ESN Trip - Karneval in Kozani. Die kleine und provinziell anmutende Stadt in Zentralgriechenland war an diesem Tag Ort wilden Treibens. Zumindest ist das Wichtigste an Karneval auch in Griechenland gleich: pünktlich um 10 Uhr morgens gibt's das erste Bier (wenn auch hier ein Fix und kein Augustiner), man sitzt eigentlich nie auf dem Trockenen und jeder ist verkleidet! Dieser Fasching bleibt mir aber auch noch auf andere Weise im Gedächtnis - es war nach über 3 Wochen Griechenland das erste mal, dass ich etwas anti-deutsches gesehen habe. Wobei anti-deutsch auch schon übertrieben ist. Es war ein Wagen auf dem sich über Merkel, Steinbrück, aber auch die französische Spitze lustig gemacht wurde. Hierzu mal ein paar Worte: Als ich entschieden habe, nach Griechenland für mein ERASMUS zu gehen, habe ich von vielen Seiten Spott an den Kopf geworfen bekommen: "Bringst den Griechen mal bissl Geld mit". Eins ist daran richtig - mit einem Stundenlohn von durchschnittlich 3€ ohne eine Versicherung ist man hier nicht wirklich gut dran! Gründe dafür und Lösungen sollen sich andere überlegen, dafür schreiben ich das hier nicht! Nur sollte man sich bewusst sein, dass es nicht nur an der Faulheit liegen kann, dass es so viele Arme hier gibt! Zudem wurde ich von vielen gewarnt ich sollte aufpassen zu sagen, dass ich Deutscher bin: "Sei da ja vorsichtig. Die hassen die Deutschen bestimmt wegen dem Euro und so!". Eins kann ich dazu nur sagen - es hat sich NICHTS davon bestätigt. Ich habe noch nie ein Land besucht in dem jede Person so hilfsbereit war wie hier in Griechenland! (Ja sie helfen auch selbst wenn sie keinerlei Ahnung haben!) Und NEIN ich habe noch NIE eine Anfeindung bekommen, dafür, dass ich ein Deutscher bin! Ganz im Gegenteil: Als Deutscher wird man hier herzlichst aufgenommen! Es ist mir schon oft passiert, dass wenn ich mit der Stephi auf der Straße deutsch geredet habe, eine Person von hinten einfach gekommen ist und freudig gemeint hat: "Hey! Ihr seid Deutsche? Ich habe lange Deutsch gelernt/Ich habe ein paar Jahre in Deutschland gelebt!" Jeder weiß, dass ein normaler Bürger nicht für die Politik eines ganzen Landes verantwortlich ist. Und auch nicht jeder Grieche ist gegen die deutsche Politik! Also kann ich jedem, der Vorurteile diesbezüglich hat nur empfehlen mal einen Urlaub hier her zu machen - ihr werdet erstaunt sein! Jaaaa.. Was bleibt mir jetzt noch groß zu sagen .. Ich sitze jetzt seit einer Woche mit Fieber, Husten und Schnupfen krank im Bett. Hoffentlich ändert das sich jetzt recht schnell! Zumindest bekämpfe ich das ganze mal mit Antibiotikum, Paracetamol und ACC. Sollte dann doch irgendwann mal anschlagen, da so langsam es frustrierend wird den ganzen Tag im Bett zu verbringen wenn es draußen schönes Wetter ist. Für diese letzten Sätzchen habe ich mich nun auch hinaus auf den Balkon mit einem Kaffee bewegt, da ich den 23 Grad, strahlend blauem Himmel und Sonne einfach nicht länger widerstehen konnte! In diesem Sinne - Respekt an jeden der das Ganze hier gelesen hat! Nächsten Monat folgt die Fortsetzung! To be continued...

17.3.14 15:43, kommentieren